Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer

Müssen nur Erben Steuern zahlen?

Der Erwerb von Todes wegen,  Schenkungen auf den Todesfall und Schenkungen unter Lebenden lösen Erbschaftssteuer bzw. Schenkungsteuer aus nach § 3 Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz. 

 

Wer erbt was in der Erbengemeinschaft?

Der Bundesfinanzhof hat in seinem Urteil vom 10. November 1982 bereits klar gestellt, dass der Erbanfall bei einer Mehrheit von Erben beim jeweiligen Miterben entsprechend seiner Erbquote erbschaftssteuerrechtlich zu erfassen ist. Es ist deshalb auch bei einer Teilung in Natur durch Auseinandersetzungsvertrag unerheblich welche Gegenstände oder Vermögensmassen im einzelnen Miterben im Zuge der Auseinandersetzung übertragen werden (BFH, Az. II R 85-86/78). Der gesamte Nachlass wird also erst einmal ermittelt und dann den Erben für die Zwecke der Besteuerung quotal zugeordnet. Auch wenn der Erblasser genau bestimmt hat, wer was erhalten soll. Selbst ein Erbauseinandersetzungsvertrag ändert hieran nichts, wie erst kürzlich das Finanzgericht München in einer Entscheidung vom 16.06.2021 entschieden hat zum Az. 4 K 692/20.   

 

Müssen nur Deutsche in Deutschland Steuern zahlen?

Um steuerpflichtig in Deutschland zu werden, genügt es bereits dass der Erblasser, der Schenker oder der Erwerber in Deutschland seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. Die Staatsangehörigkeit spielt dabei keine Rolle. 

 

Müssen Ehefrau und Freundin gleichviel zahlen?

Je nach Verwandtschaftsgrad unterteilt man die Erben oder Beschenkten in Steuerklassen I, II oder III. Diese Steuerklassen haben nichts mit den Lohnsteuerklassen I-VI zu tun. 

 

Muss auch das geerbte Eigenheim versteuert werden?

Hierfür müssen die Voraussetzungen des § 13 Abs. 1 Nr. 4c ErbStG erfüllt sein:

- Das Haus muss bis zum Tod im Alleineigentum des Erblassers stehen 

- Es muss zu Wohnzwecken allein, mit dem Ehepartner oder einem Kind genutzt worden sein

(Ausnahme: Umzug ins Pflegeheim aufgrund gesundheitlicher Gründe)

- Der Erbe muss das Haus entweder vor oder nach dem Erbfall als seinen Lebensmittelpunkt definiert haben 

 

Möchten Sie mir ihr Problem am Telefon erläutern?

 

Kontaktieren Sie mich gern unter 030 2579 7644 oder 0171 86 46 233 und ich gebe Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung. Für eine darüber hinaus gehende Beratung kann ich Ihnen eine Vergütungsvereinbarung zu einem Stundensatz von 120€ inkl. Ust. anbieten.